Die Situation in meinem Mama-Leben, in der ich bisher am meisten ausgerastet bin (Jahre her, werde ich dennoch nie vergessen):
Ich stehe in der Küche, koche. Hab Hähnchen gekauft, weil meine Patchwork-Mädels das zu dem Zeitpunkt noch sehr gerne gegessen haben. Eine arschteure Seltenheit auf unserem Tisch, weil bei uns die Regel gilt: Wenn tierisches Erzeugnis, dann wenigstens Bio. So. Kleinkind 1 fegt mit einem Besen um mich herum. Ich, total gestresst, genervt, overtoucht und müde. Versuche, alles zusammenzuhalten, damit wir zu Abend essen können.
Dann passiert es. Das Kind bleibt, in einem Moment, in dem ich am Waschbecken die Gurke abwasche, mit dem Besen am Stil der Pfanne hängen und das teure Hähnchen landet laut scheppernd auf dem lang nicht mehr gesaugten Boden und verpasst sich selbst eine Krümelpanade. In diesem Moment konnte ich einfach nur noch schreien. Ich schrie. Keine Worte, einen Laut. Weil in diesem Moment alles zusammenkam und mein Gehirn das Signal gegeben hat: Schluss!
Mama-Alltag am Limit: Wenn Überforderung explodiert
Ich schrie so lange, bis mein Mann kam und mir gesagt hat, ich soll gehen. Irgendwohin, um mich zu beruhigen. Das hab ich gemacht. Einfach raus aus der Wohnung, raus aus dem Chaos. Und nach einer Weile hab ich mich gefragt: Fuck, was ist da gerade passiert?
Das ist Jahre her. Viele Jahre. Aber bis heute hat dieser Tag einen Abdruck hinterlassen. Ich schwor mir: das passiert nie wieder. Das lasse ich nicht mehr zu. Weil, natürlich wusste ich auf rationaler Ebene, was passiert war. Ich lief ohne Ressourcen im Autopilot und hab auf alle zuvor gesendeten Signale nicht gehört. Dann hat mein Gehirn in den Überlebensmodus geschaltet und mich alarmiert, damit ich überlebe! Aber vor mir stand kein Säbelzahntiger, sondern mein kleines Kind, das mich erschrocken ansah und nicht verstand, was passiert war.
Kampf, Abwendung oder Liebe – die 3 Zustände im Mama-Alltag
Aber genau das passiert, wenn wir in stressigen Alltagssituationen sind, die sich immer weiter zuspitzen. Das Gehirn geht in den K-Modus, den Kampfmodus. Es gibt drei Buchstaben, die mir inzwischen sehr viel erklären: K, A, L.
K wie Kampf. Der Modus, in dem du reagierst, bevor du gedacht hast. In dem eine ganz normale Frage sich anfühlt wie ein Angriff. In dem du getriggert wirst, ohne es zu wollen, und dann selbst weißt: Das war falsch. Und trotzdem passiert es eine Stunde später wieder so.
A wie Abwendung oder Ablehnung. Du hörst nicht mehr zu, lehnst (ungefragte) Ratschläge ab, bist nicht bereit, zu Kooperieren oder dich zuzuwenden.
L wie Liebe und Leidenschaft. Der Zustand, in dem du eigentlich leben willst. Nicht immer. Aber präsent. Bei dir. Und dann auch bei den anderen.
Das Blöde: K und A kennen die meisten Mamas sehr gut. L fühlt sich an wie Urlaub. Und Urlaub ist selten.
Warum sich der Kampfmodus im Alltag ständig einschaltet
Dein Gehirn macht das nicht aus Gemeinheit. Es macht das, weil es gelernt hat: Wir sind dauerhaft unter Druck. Wir gleichen die Kita-Ausfälle aus. Wir backen den Kuchen für den Schulbasar. Wir machen die Teilzeit, damit der Alltag irgendwie läuft. Und wenn jemand fragt: Hä, was ist mit dir los? — dann ist die Antwort: Mit dir ist gar nichts los. Dein Gehirn reagiert genau so, wie es reagieren muss, wenn es jahrelang für alles zuständig ist und dafür einen Scheiß an Anerkennung bekommt.
Das ist dein Autopilot. Nicht dein Charakter.
Aber hier kommt das Gute: Du kannst ihn unterbrechen.
Nicht mit mehr Disziplin. Nicht mit Willenskraft. Naja, doch schon bisschen Willenskraft. Aber bitte bloß nicht schon wieder Selbstoptimierung. Darum geht es hier nicht. Das machen wir nicht mehr. Alles, was du brauchst, sind drei bewusste Sekunden.
Wie du den Autopilot unterbrichst
Drei Sekunden, in denen du merkst: Ich bin gerade im K-Modus. Nur merken. Nicht bewerten. Nur einen Herzschlag früher da sein als sonst. Weil wenn du merkst, wo du bist, kannst du entscheiden, ob du bleibst. Bevor dein Gehirn ungefragt übernimmt.
Das ist der Einstieg in den Identity Loop — mein Werkzeug, mit dem ich seit Jahren mit Müttern arbeite. Den ich kennengelernt habe, nach diesem einmal zu viel ausrasten und Müdesein. Durch den ich mich durchgewühlt habe, weil ich gespürt habe: Hier bekomme ich etwas von dem Leben zurück, das ich eigentlich haben wollte — Gelassenheit. Ein Kreislauf aus vier Stationen: Gefühl, Gedanke, Entscheidung, Interpretation. Jede Station beeinflusst die nächste. Und du kannst an jeder einsteigen.
Nicht irgendwann. Jetzt. Morgen früh in der Küche.
Du brauchst nur 3 Sekunden: So kannst du anfangen
Wenn du das live sehen willst — wie das in einer echten Situation aussieht, wie die drei Sekunden funktionieren, wie du anfängst — komm am Mittwoch, 29. April. 20 Uhr in mein Webinar dazu. Kostenlos. Ich zeige dir das Ganze, damit du in Zukunft selbst entscheidest, in welchen Modus du gehst.


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